Einen Wunsch, den ich schon längere Zeit in mir trage, habe ich mir nun erfüllt. Seit Mai bin ich wieder Mitglied in der “Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung. Während meines Studiums hatte ich die große Ehre, einen sprechwissenschaftliche Ausbildung absolvieren zu dürfen. Dort lernte ich neben meinem Hauptstudium, den Sprachwissenschaften, auch (fast alles) über die “Sprech-Sprache. Vor allem die Faktoren, die sie von der Schriftsprache unterscheidet. Intonation, Artikulation, Stimmbildung, Atmung, Warum ist mir das heute immer noch wichtig?

In meiner beruflichen Arbeit als Trainer und psychologischer Berater spielt dieses Thema immer eine Rolle. Alle Menschen, mit denen ich Arbeite, benötigen für ihren beruflichen Erfolg ihre Stimme und Sprache. Und hier liegt auch oft der berühmte “Hund” begraben. Was sage ich? Wie sage ich es? Wie setzte ich Sprache und Stimme wirkungsvoll ein? Für viele sind diese Fragestellungen nicht relevant, bis sie an einem Punkt angekommen sind, wo sie erkennen, dass irgendetwas nicht stimmt. Was ? Meine Art zu sprechen soll es sein? Niemals ! Was meinte wohl Sokrates, wenn er sagte: “Sprich ! – damit ich dich sehe”. Die Art zu sprechen und das Training in diesem Bereich sind entscheidende Faktoren für alle, die durch Kommunikation ihre Ziele erreichen. Verkäufer, Führungskräfte, Servicemitarbeiter usw. Durch meine Arbeit in der DGSS leiste ich wieder einen Beitrag, Menschen genau dabei zu unterstützen. Unsere Sprache (und das Sprechen) erhalten immer weniger Aufmerksamkeit. Ich zähle heute schon als “Exot”, wenn ich immer noch ein “Treffen”, statt ein Meeting vereinbare. Ich bin auch kein “Speaker” und arbeite nicht an meiner neuen “Speech”. Ich halte Vorträge und bin ab und an als Redner gebucht. Kleinigkeiten? meinetwegen. Für mich nicht. Sich mit dem eigenen Sprechen zu beschäftigen zeigt, dass einem die Wertschätzung des Gesprächspartners wichtig ist. Respektvoll und auf Augenhöhe. Die meisten Menschen sprechen zu schnell, zu leise, zu undeutlich. Meist noch in einer Kombination aus mehreren dieser Faktoren. Keiner macht das absichtlich, aber nur weil man es nicht absichtlich macht, ,muss es ja nicht gleich o.k. sein. Ich freue mich auf einen Lehrauftrag ab 2020 und viele Coaching, wo ich (wohl als einer der wenigen Coaches) dies Frage stelle: “Hast Du Dich schon einmal mit Deiner Art zu sprechen auseinandergesetzt ?”. Sprache und Sprechen machen einen großen Teil unserer Wirkung aus. Und Wirkung beeinflusst unseren Erfolg und unsere Zufriedenheit.